Proteine machen Nierenschäden?

In der Diät werden die Proteine zum Muskelschutz nach oben gesetzt, aber wie sieht das mit der Niere aus? 
30.05.2017



Die Niere ist kaputt,
wenn Eiweiß ausgeschieden wird. Das führt häufig zu dem fahrlässigen Umkehrschluss, dass zu viel Eiweiß letztlich die Niere zerstört.  Der Filterprozess der Niere passiert in den Nephronen, diese sind der kleinste Part der Niere und gehen auch mal kaputt. In der Niere kommt unserer Blut an, welches dann komplett „bereinigt“ wird.  Das bedeutet, dass schädliche Stoffe aus dem Blut herausgenommen werden und auch zu viel Salz zB. aus dem Blut entfernt wird. Der ganze Abfall wird dann per Urin aus dem Körper entfernt.

Hat die Niere bei diesen Prozessen einen Fehler in der Filtration, dann kann es passieren, dass Proteine im Urin vorkommen und da gehören diese eigentlich nicht hin!
Die häufigsten Nierenerkrankungen kommen Hand in Hand mit Diabetes, welcher die Nierenerkrankung mit den schrägen Zuckerhaushalt begünstigt. Sprich das Blut ist voller Zucker und das muss irgendwie beseitigt werden. Der Körper bekommt das im Falle eines (schlecht behandelten) Diabetes nur noch über die Niere geregelt, welche also auf absoluter maximal Leistung arbeiten muss und das führt auf lange Zeit zu Schäden.
Eine andere häufige Krankheit der Niere ist die Entzündung. Die Entzündung im Körper entsteht einfach gesagt auch Hand in Hand mit erhöhten Zucker und Stärke im Körper. So wären wir hier auch wieder auf den gefährlichen Zuckerhaushalt und somit Diabetes zurückzukommen. Allgemein sollte eine schlechte Ernährung und Drogenkonsum nicht vergessen werden, denn wie bereits erwähnt, muss die Niere sich um den ganzen nicht verwertbaren Kram im Körper kümmern!

Zurück zum Hauptthema, was passiert mit den Proteinen und der Niere?
Wir brauchen Proteine im Körper! Nicht nur Bodybuilder sind abhängig vom Eiweiss, sondern jeder Mensch dort draußen. Proteine werden als Transporter und als Zellneubilder gebraucht. Vor allem auch unserer Immunsystem braucht eine ganze Menge an Eiweiß.
Es ist wie immer im Leben, die Menge macht das Gift. Ungefähr 0,8-1,2 Gramm pro Kilogramm Trockenmasse braucht der Mensch an Proteinen am Tag, damit er überlebt. Das bedeutet, nur um die normalen regelmäßigen Körperprozesse (zB. Verdauung) auf einen „normalen“ Leistungslevel in Gang zu halten, werden diese Mengen gebraucht. Ein Leistungssportler braucht dementsprechend eine Ecke mehr an Proteinen, denn seine Zellbildung alleine ist viel stärker am Arbeiten. Es gibt auch hier Studien, wo Menschen 2,8 Gramm Proteine pro Kilogramm Trockenmasse konsumiert haben. Keinerlei negativen Effekte waren festzustellen. Das würde im Falle eines 100 Kilogrammathlethen bedeuten, dass er bei einen Körperfettprozent von 15% 85 Kilogramm Trockenmasse hätte. 85 Kilogramm mit 2,8 multipliziert wären demnach 238 Gramm Proteine am Tag. Wenn man bedenkt, dass der Leistungsumsatz an Kalorien eines solchen Menschen gerne bei 6000 Kalorien liegt, ist das nicht so viel wie man denkt. Denn 238 Gramm Proteine sind gerade mal 975 Kalorien. Sprich 1/6 seiner Ernährung wäre aus Eiweiß bestehend.


Wir können schließen, dass letztlich das Wissen fehlt, wie viel Eiweiss der Mensch verwerten kann. Jeder hat andere Vorraussetzungen und von daher ist dieser Wert auch bei jedem unterschiedlich. Alles was letztlich zu viel an Proteinen in den Körperkreislauf gelangt muss anderweitig verwertet werden. Aber das geschieht nicht zu aller erst über die Niere. Der Körper ist auch in der Lage Proteine zu Glukose umzuformen. Die Menge an Proteinen muss also entweder sehr hoch ausfallen oder der Nierenschaden wird durch eine andere Ursache wie zB. Medikamenten entstanden sein, sodass die Proteine nur noch der Tropfen auf dem heißen Stein sind. Schenkt also der Theorie keinen Glauben, dass natural Bodybuilder in einer durchdachten Diät steil auf einen Nierenschaden zulaufen.

Ich hoffe dieser Artikel konnte den großen Mythos, dass Proteine die Niere zerstören etwas Wind aus den Segeln nehmen und euch die Angst vor dem ein oder anderen Proteinshake nehmen!

Geschrieben von:

Julian Kausch

Julian Kausch


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