Glutensensitivität und Laktoseintoleranz

Genieße mehr Darmgesundheit, indem du die Auslöser frühzeitig erkennst und deine Ernährungsweise optimal abstimmst.
30.09.2016



Eine Glutensensitivität und eine Laktoseintoleranz sind zwei unterschiedliche Krankheitstypen, die jedoch teilweise charakteristisch ähnliche Merkmale aufzeigen. Was die Suche nach der Ursache zusätzlich erschwert, ist die Tatsache, dass es nicht unbedingt direkt nach dem Genuss von den Symptomauslösenden Lebensmitteln zu Beschwerden kommen muss. Denn das ist teilweise wiederum abhängig...

  • in welcher Menge,
  • zu welchem Zeitpunkt,
  • mit welchem Beschwerdegrad,
  • in welcher Kombination mit anderer Nahrung

...die Person die Lebensmittel konsumierte. Betroffenen fällt es daher oft schwer zu differenzieren, an welcher „Erkrankung“ sie leiden und welche Lebensmittel in der Zukunft zu meiden sind. Neben den individuellen typischen Anzeichen einer Glutensensitivität und Laktoseintoleranz, gibt es Symptome, in denen sich beide ähneln.

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Magenschmerzen
  • Darmschmerzen
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Kopfschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Migräneähnlicher Zustand
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Hautprobleme, wie unerklärlicher Juckreiz und Akne

In der Bundesrepublik Deutschland leiden etwa 14 Millionen Menschen an einer Milchzuckerunverträglichkeit
Wie der Begriff es schon verdeutlicht, ist in diesem Fall nicht die Milch im Gesamten und auch nicht die darin enthaltenen Proteine für das Beschwerdebild verantwortlich sondern der Kohlenhydratanteil „Laktose“. Dieser Zweifachzucker, der sich aus den beiden Einfachzuckern Schleimzucker und Traubenzucker zusammensetzt, wird auf Grund eines Mangels des Verdauungsenzyms Laktase im Dünndarm nicht aufgespalten und wandert unverdaut weiter. Die unverdaute Laktose und die kurzkettigen Fettsäuren bilden schließlich Gase im Darm und ziehen vermehrt Wasser in dieses Gebiet. Unmittelbare Folgen sind Druckschmerzen, Aufgeblähtheit im Bauchraum sowie Durchfall.

Etwa 400.000 Menschen in Deutschland leiden an einer Glutensensitivität, so schätzen Ärzte und Forschungsinstitute. Eine Glutensensitivität liegt vor, wenn Ärzte eine Zöliakie und eine Weizenallergie ausschließen. Wie bei den anderen Krankheitstypen, die durch eine Ernährung mit Gluten entstehen (können), reagieren Betroffene auf einige der Getreidearten mit den oben beschriebenen Symptomen; allerdings nicht in dem Ausmaß wie bei einer Zöliakie. Wichtig zu wissen ist, dass Gluten als Oberbegriff für das im Getreide(samen) enthaltene Stoffgemisch von Proteinen steht. Somit sind vielmehr bestimmte Proteine die Auslöser für eine Zöliakie, eine Glutensensitivität oder eine Weizenallergie.

Spreche mit deinem Arzt
Wenn der Verdacht besteht, dass du eine Nahrungsmittelsensivität oder Intoleranz hast, ist es unerlässlich einen geeigneten Hausarzt aufzusuchen. Denn dein Arzt weiß, was zu tun ist: er passt deine Ernährung an, führt Labor-Tests durch oder schickt dich zu weiterbehandelnden Fachärzten. Informiere dich im Vorfeld, ob dein Doc in diesem Bereich Erfahrungen besitzt, um sicher zu gehen, dass nicht mehrere Anläufe nötig sind, bis ein Befund feststeht und die Symptome abschwächen.

Führe ein Essen – Symptom Tagebuch
Protokolliere zeitgenau + mengenmäßig ALLE deine Nahrungsmittel inklusive Getränke, Nahrungsergänzungsmittel, Kaugummis, Genussmittel, Medikamente, um einen Überblick zu bekommen, wann die Symptome auftreten. Ohne Journal wirst du nie genau wissen, welche der Dinge deine Unverträglichkeit auslösen.

Nutze (d)einen Terminplaner und verwende für deine Notizen am besten zwei Farben: eine für das Essen und eine für die Symptome. Kennzeichne ebenfalls deine beschwerdefreien Tage (mit einem Smiley). Alternativ gibt es im App-Store zahlreiche Tracking-Apps, die teilweise sehr sinnvoll gestaltet sind.

Auch wenn dir das Protokoll einige Minuten „Mehrarbeit“ in deinem Alltag abverlangt, so ist dies ein wichtiger Schritt wieder gesund zu leben. Bei fehlenden Kenntnissen bezüglich der Bestimmung der Symptomauslösenden Lebensmittel, kontaktiere einen erfahrenen Personaltrainer, einen Diätassistenten (-berater) oder gegebenenfalls einen Arzt.

Befolge eine angepasste Diät für zwei Wochen
Sobald die Daten aus deinem Journal vorliegen, geht es über in die Umsetzung einer neuen angepassten individuellen Diät. Auch hier empfehle ich dir die Unterstützung erfahrener Coaches und Ernährungsprofis, die dir einen persönlich abgestimmten Mahlzeitplan erstellen. Um zu sicher zu gehen, dass alle Dinge perfekt abgestimmt wurden, notiere dir weiterhin zwei Wochen alles genau in deinem Tagebuch. Halte anschließend Rücksprache mit deinem Coach, Berater oder deinem Arzt.

Streiche alle laktose- und glutenhaltigen Lebensmittel
Dieser Punkt knüpft an die beiden vorherigen an. Vermeide alle Lebensmittel, die Laktose und/oder Gluten beinhalten (könnten). Bevor du zu einem Lebensmittel greifst, lese dir die Zutatenliste genau durch. Falls du Medikamente nimmst, werfe einen Blick in den Beipackzettel. Und wenn du auswärts isst, dann bitte bei der Service-Dame um ein kurzes Gespräch mit dem Chef-Koch!

Die folgenden Produkte bzw. Inhaltsstoffe lösen bei Sensivität und Intoleranz  diverse Beschwerden aus.
Fraktion Milch:
Milchzucker / Laktose / Lactose Monohydrat, E966 / Lactit / Lactitol, (Süß / Sauer)Molke(Pulver), Molkeerzeugnis, -pulver, Bestandteile von Milch, Milchpulver, -erzeugnis, -bestandteil, -zubereitung, Vollmilch(pulver), Rahm, Sahne, Joghurt, Quark, Hüttenkäse, Käse mit Kohlenhydratanteil, Wurstwaren mit Laktose, süße Teilchen (vom Bäcker), Schokoladenzubereitung, Kondensmilch, Magermilch(pulver), Kefir(pulver), entrahmte Milch, Butter, -milchpulver, -schmalz, sowie gegebenenfalls E481 / Natriumstearoyl-2-lactylat, Milcheiweiß / Casein...

Fraktion Getreide:
Gluten (die verschiedenen Eiweiße der Prolamin- und Glutenin Gruppe), Weizen, Weizenkleber, -eiweiß, -kleie, -keime,- stärke, Klebereiweiß, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel, Khorasan-Weizen / Kamut, Einkorn, Zweikorn, Mehl, Grieß, Graupen, Stärke, Müsli-Flocken, Paniermehl, paniertes Fleisch und Fisch, Teigwaren, Brot, Brötchen, Baquette, Gnocchi, Pizza, Nudeln, Knödel, Kuchen , Torten, süße Teilchen (vom Bäcker), Kekse, Müsliriegel, Waffeln, Salzstangen, Gebäck, (Malz)Bier, Schokoladenerzeugnisse, Soßen und Suppen, Gewürzmischungen, Fertiggerichte, weiterverarbeitete Kartoffelprodukte, Wurstwaren, Eis, Käsezubereitungen, Triticale, Seitan, Bulgur, Emmer...

Athletinnen und Athleten ernährt euch klug, denn ein gesunder Darm ist die Basis zu einem rundum gesunden und fitten Körper.

Sportliche Grüße von Eurem Coach Criss Holiday.


Was würdest du an diesem Artikel verbessern?




Der Inhalt sollte ...





Abbrechen

Hat dir dieser Artikel gefallen?